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Donnerstag, 10. August 2017

Auf Regen folgte Sonnenschein

Heute stand gleich am Morgen ein Rätsel-Lauf am Programm. Victoria und Bettina haben sechs verschiedene Stationen für unsere kleinen Lesehelden vorbereitet, bei denen es entweder eine sportliche Aktion zu erledigen, etwas zu basteln oder etwas zu lesen gab. Nachdem bereits gegen 08:15 Uhr ein Gewitter über das Lesecamp hereinbrach, wurden die Stationen flink nach drinnen verlegt.

Unsere persönlichen Highlights waren der Pottwal, den die Kids gebastelt haben, und die Station, bei der sie einen bestimmten Text „nach Gefühlen“ zu lesen hatten.

Pottwale

Letzteres war besonders witzig, weil unsere Lesehelden Franz Grillparzers Aphorismus zum Thema Regen entweder gelangweilt, zornig, lustig oder müde lesen mussten.

Böses Wetter

Nach dem Stationen-Lauf tauchten wir ein in Nicolas Gornys „Supermops und der dreiste Dackelraub“. Schon witzig, wenn ein stinkfauler, aber niedlicher Mops auf einmal mit Superkräften ausgestattet ist, nur weil er ein vergammeltes Würstchen, das hinter dem Kühlschrank lag, gefressen hat.

Am späten Vormittag schien sogar die Sonne wieder. Das ist aber eigentlich kein Wunder, wenn unsere Kids so gerne und so viel lesen.

 

Donnerstag, 27. Juli 2017

So aufregend!

Wir haben heute noch neue Bücher für das Sommercamp besorgt. Unsere momentanen Favoriten: „Otto und der kleine Herr Knorff“ von Andrea Schomburg, „Supermops und der dreiste Dackelraub“ von Nicolas Gorny und „Mein bestes Fußballspiel – Also fast …“ von Heiko Wolz.

Wir sind schon gespannt, ob die Kids im Camp diese Bücher auch so cool finden wie wir.

Eines Tages …

Im Rahmen des Schulprojektes „Wir sind unsere Zukunft“ an der HBLA Pitzelstätten hat Stefan Michenthaler einen Text darüber verfasst, was geschieht, wenn sich der Mensch nicht um die Natur und um seine eigene Gesundheit kümmert. Etwas düster, aber mit Sicherheit nicht utopisch – eine beeindruckende Leistung eines jungen Menschen, der mit kritischer Haltung und offenen Augen durchs Leben geht. Weiterlesen

Wir sind unsere Zukunft

Wenn junge Menschen an die Zukunft denken, überkommt viele von ihnen ein Gefühl der Ohnmacht. Sie glauben, als Einzelne keinen Einfluss auf die Entwicklung unserer Gesellschaft oder Umwelt zu haben. Wir sind unsere ZukunftEs gibt aber auch junge Menschen wie die Schülerinnen und Schüler der HBLA Pitzelstätten in Klagenfurt, die sich für die letzten Schulwochen ein großartiges Projekt vorgenommen haben. 

„Wir sind unsere Zukunft“ ist eine Initiative junger Erwachsener, die sich nicht damit zufrieden geben, sich endlos über gegenwärtige Probleme zu beschweren, sondern die es sich vielmehr zum Ziel gesetzt haben, zukunftsweisende Lösungen zu entwickeln, die es uns und unseren Kindern ermöglichen, schöner, bewusster, bunter und gesünder zu leben.

Wie kann ich junge Menschen dazu motivieren, politisches Bewusstsein zu entwickeln, wie wichtig sind Bäume für uns und unsere Umwelt, welche Möglichkeiten haben wir, das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen,  was bedeutet es heutzutage, Kinder in die Welt zu setzen, wie kann ich mich mit Bewegung und Ernährung fit und gesund halten, muss ich alles Alte wegwerfen oder kann ich daraus Neues schaffen, muss es wirklich Massentierhaltung sein, wie kann ich mir den Garten in die Stadt holen, wie viel Müll produzieren wir eigentlich und wie kann Literatur den Menschen die Augen öffnen?

Wir sind unsere Zukunft

Wir sind unsere Zukunft

Die Schülerinnen und Schüler der HBLA Pitzelstätten haben einen eigenen Blog, arbeiten momentan an  ihrer Website, sind auf Facebook und geben am Ende des Projektes das Herzstück ihrer Arbeit, „Die WUZ“, eine Zeitung über „Wir sind unsere Zukunft“ heraus. 

Wir mit Raise Your Voice! freuen uns sehr, die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Projekt unterstützen und Teile ihrer Arbeit unter Junge denken lassen veröffentlichen zu dürfen.

„Wir sind unsere Zukunft“ ist pure Inspiration! Wir gratulieren allen Schülerinnen und Schülern zu ihrem Engagement und ihrer beeindruckenden Arbeit!

The Box Provided

Der Wettbewerb wird früh von uns verlangt und wächst in uns wie ein Geschwür, wuchert in unseren Köpfen, bis wir beginnen, alle in Gut und Schlecht zu unterteilen. 1 bis 4 dürfen weiter, jeder, der eine andere Zahl auf sein Blatt Papier bekommt, darf nicht mehr mitspielen. Jedes Jahr ein paar weniger …

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Vorsätze für 2015

Schülerinnen und Schüler über ihre Vorsätze für das Jahr 2015

Ich möchte im nächsten Jahr bewusst darüber nachdenken, wie ich mich selbst sehe und wie ich von anderen gesehen werden möchte.

 

Ich werde stolz sein auf all die Dinge, die ich kann, und meine Stärken pflegen.

 

Ich möchte nicht mehr Angst vor Dingen haben, die ich noch nicht (so gut) kann, sondern in ihnen eine Chance sehen, mich zu verändern und zu wachsen.

 

Ich werde versuchen, die Inhalte, mit denen ich täglich konfrontiert werde, miteinander zu vernetzen, um wertvolle Zusammenhänge herzustellen, die mir auch in Zukunft weiterhelfen.

 

Ich werde mich nicht länger in Abhängigkeit zu anderen Menschen begeben, sondern mitdenken, Kritik üben und meine Bildung selbst in die Hand nehmen.

 

In diesem Sinne allen ein erfolgreiches 2015!

Ihr RCAE Team

Wozu Literaturunterricht?

Aus der Sicht einer Germanistik-Studentin an der Alpen-Adria-Universität 2004 verfasst und doch so aktuell …

Es werden Stimmen laut, die die Beschäftigung mit Literatur im Unterricht in Frage stellen. Plötzlich spricht man von einem „Orchideenfach“, einem traditionellen und teilweise veralteten Unterrichtsgegenstand, mit dem sich höchstens Minderheiten, aber schon lange nicht mehr die breite Masse auseinandersetzen müssten. Mir als „Berufsleserin“ ist es an dieser Stelle ein besonderes Anliegen, meine Einstellung gegenüber dem Literaturunterricht in der Schule zu kommunizieren und auf diese Weise vielleicht manche Ohren und Herzen zu öffnen.

In unserer Wohlstands- und Mediengesellschaft werden vor allem Kinder und Jugendliche täglich mit den unterschiedlichsten Inhalten regelrecht bombardiert. Es gehört zu unserem Alltag, mit einem unvorstellbaren Überangebot an vermeintlich leicht zu konsumierenden Bildern konfrontiert zu werden. Um all diese Eindrücke verarbeiten und um in dieser auf Leistung und Produktion ausgelegten Gesellschaft bestehen zu können, gilt es, besondere Strategien zu entwickeln und ganz bestimmte Kompetenzen zu trainieren. Daneben erscheint der traditionelle Literaturunterricht als wenig zeitgemäß, wenn nicht sogar vollkommen überflüssig. Weder die Lektüre klassischer Werke noch die intensive Auseinandersetzung mit fiktiven Inhalten werden dem Einzelnen heutzutage zu Erfolg und Wohlstand verhelfen, so die Meinung vieler.

Die Frage ist, ob wirklich alles, womit wir uns umgeben und beschäftigen, darauf ausgerichtet sein muss, den Absatz zu steigern und das Einkommen zu erhöhen. Literatur ist mit Sicherheit keine Ware, deren Produktion willkürlich angetrieben oder eingestellt werden kann. Vielmehr ist sie ein wunderbares Instrument, das seinem Leser immer wieder neue Denkanstöße bietet und einen anderen Zugang zu sich selbst, zu seinen Mitmenschen und zur Welt erlaubt. Wir sind keine Produzenten oder Quoten-Erfüller, sondern menschliche Wesen mit Gefühlen und Gedanken, die danach schreien, entdeckt und verstanden zu werden.

Gerade der Deutschunterricht sollte sich als Fach verstehen, das den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit erfasst, und die Auseinandersetzung mit Literatur nutzt, um gerade den jungen Menschen verschiedenste Begegnungen mit dem Neuen und Fremden zu ermöglichen und eine Identifikation beziehungsweise Beschäftigung mit dem Anderen zu fördern. Indem wir uns selbst nämlich mit anderen in Beziehung setzen, reflektieren wir über unser eigenes Handeln und Denken und können auf diese Weise wachsen.

[…]

Durch Literatur wird aber nicht nur die Phantasie angeregt. Es werden außerdem die sprachlichen Kenntnisse erweitert, die Sensibilität und das Empfinden geschärft und der Umgang mit den verschiedensten Arten von Texten trainiert. Literatur zu verstehen ist eine Fähigkeit, die einer eigenen Förderung und eines längeren Lernprozesses bedarf. Wo sonst sollte man bereits in jungen Jahren einen derart breitgefächerten und abwechslungsreichen Einblick in die Bandbreite sprachlicher Wunderwerke erlangen, wenn nicht im Deutschunterricht?

In meinen Augen bietet der Literaturunterricht jungen Leuten die Möglichkeit, mit einem offenen und vorurteilsfreien Blick auf eine Vielfalt von Werken zuzugehen. Durch eine aktive Auseinandersetzung mit der Handlung und den darin agierenden Figuren kommt es zu einer Identifikation und Reflexion, die wiederum eine Auswirkung auf den Umgang mit den eigenen Gefühlen und Gedanken hat. Wer sich bewusst mit dem Anderen und dem Fremden beschäftigt, schärft seinen Blick auf die Welt und baut Vorurteile ab. Allein aus diesem Grund ist es wichtig, Jung und Alt dazu zu befähigen, am literarischen Leben teilzunehmen.

In der heutigen Zeit wird häufig die Ansicht vertreten, dass dem Literaturunterricht an Schulen kein zu hoher Stellenwert beizumessen ist. Wichtiger sei die Beschäftigung mit aktuellen Themen und Ereignissen. Für mich manifestiert sich in dieser Auffassung die Überzeugung, dass es nicht mehr darauf ankommt, den Blick unserer Schüler/innen auf das Ganze, sondern lediglich auf die Werte einer konsumorientierten, vom Wohlstand getriebenen Gesellschaft zu schärfen. Der Literatur und der Kunst bleiben in diesem System so gut wie kein Platz. Sie werden entweder gänzlich beseitigt oder in einen Nebenbereich, degradiert als „Orchideenfächer“, abgedrängt. Einer derart eindimensional denkenden Gesellschaft fällt es nicht schwer, Lyrik als überflüssig und die Klassiker als antiquiert zu schelten. Ein derartiger Zustand ist mehr als unbefriedigend.

Die Rechtfertigung des Literaturunterrichts liegt in der Möglichkeit desselben, die Kluft zwischen Verstand und Emotion zu überwinden, und die Phantasie, die in jedem Menschen schlummert, ans Licht dringen zu lassen und zum Blühen zu bringen.

Bild: Bookshelf Prunksaal OeNB Vienna AT by Matl